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Reha-Blog (TEIL 4)

Mein erster Tag geht weiter



Weitere Programmpunkte

Es folgte ein Termin mit dem Psychotherapeuten und seinem Kollegen. Ich konnte erzählen und meinen Tränen freien Lauf lassen. Er hat dann noch weitere Therapien vorgeschlagen: Körperwahrnehmung und Atemtherapie (Ich hätte alternativ Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation wählen können. Aber beide Verfahren beherrsche ich ja bereits).


Kopfschmerz am Abend

Bei der abendlichen Rundführung durchs Haus durch zwei erfahrene Mitpatientinnen waren wir auf unserer Station nur zu 4. Zwei Stockwerke drunter gab es eine weitere Einführung. Wir bekamen die wichtigsten Stationen und Räumlichkeiten im Gebäude gezeigt, sodass wir uns für`s Erste gut zurecht finden sollten.


Da ich beim Abendessen nur Roggenbrot entdeckt hatte – nicht glutenfrei – hatte ich bei der Rundführung bereits Kopfschmerzen und einen Blähbauch. So wollte ich nach der Führung nur noch möglichst schnell einschlafen. Die Kopfschmerzen wurden leider auch immer stärker.


Der nächste Tag

Am nächsten Tag ging es zum Glück wieder besser.

Der 1. Termin war das Wiegen und Blut abnehmen im Stationszimmer. Im Anschluss ging ich direkt zur Diätassistentin, um mit ihr den Menüplan der kommenden Woche durchzusprechen. Ich erwähnte, dass ich mich zuhause glutenfrei und vegan ernähre. Sie ließ durchblicken, dass sie das nicht unterstützen würde. Sie kümmerte sich aber darum, dass ich wenigstens laktose- und glutenfreie Mahlzeiten bekomme (auch am Morgen und Abend).


Mein 1. Behandlungsplan!

Dann lag auch schon mein erster Behandlungsplan in meinem Fach. Ich freute mich darüber, wie ein Kind an Weihnachten über seine Geschenke!


Ein schlechtes Gewissen stellt sich ein

Der Kontakt nach Zuhause war durch WhatsApp und ein paar Telefonate zwar gegeben, aber auch von Seiten meines Mannes auf das Nötigste reduziert (Er wollte mir die Ruhe und den Abstand gönnen, den ich mir gewünscht hatte).

Allerdings schrieb er mir immer mal von Mali, die vor der Tür auf mich zu warten oder in einem Raum nach mir zu suchen schien. Das trugt natürlich wieder zu meinem schlechten Gewissen bei! Ich hatte schon vor Abreise überlegt, ob ich mich um eine Tier- kommunikation bemühen soll. Denn einem Kind (ab einem gewissen Alter) kann man erklären, dass man für ein paar Wochen weg fährt, dann aber wieder kommt. Einem Hund aber nicht – oder?!


Ab heute mit Tischnachbarin!

Beim Mittagessen war es sehr voll. Die ersten Mahlzeiten nahm ich alleine ein und fühlte mich etwas unbehaglich bei der Vorstellung, das bis zum Ende durchziehen zu müssen. Also fasste ich mir ein Herz und sprach die junge Frau an, die ich bei der Einführungsveranstaltung kennen gelernt hatte, ob ich mich zu ihr setzen dürfe. Sie war einverstanden und wir haben uns wirklich nett unterhalten. Wir haben einige Parallelen gefunden – was unsere Arbeit, das Schicksal unserer Väter und unsere Beziehungen betrifft. Und wir wohnen gar nicht so weit auseinander!


Die Vorteile des Allein seins

In meiner Freizeit fing ich an, ein Buch über das Allein sein zu lesen. Das hatte ich kurz zuvor in einer Buchhandlung entdeckt und empfand es als die richtige „Reisebegleitung“ für meine Reha.


Perspektivwechsel

Danach telefonierte ich mit meiner Mentorin aus der Wise Animal Ausbildung über meine Trennung auf Zeit von Mali und über meinen ersten Eindruck der Reha. Sie zeigte mir andere Perspektiven auf bzgl. der anderen Reha-Gäste, zum Beispiel die Chance, einen Spiegel in der Wut einer Mitpatientin zu sehen: Sie äußert ganz klar, was sie will! Und ich lehne einen Teil ihres Verhaltens vielleicht unbewusst (in mir selbst) ab!


Auch die Situation mit meiner neuen Tischnachbarin: Ich gestand ihr, dass ich nicht gerne auf fremde Leute zugehe. Und sie entgegnete das Gleiche. Wir haben uns also beide einander in unserer Verletzlichkeit gezeigt.


Ins Fühlen kommen

Es war tröstlich, mit Kim über meine Sorgen bzgl. meiner Mali zu sprechen. Dabei kam so einiges hoch: Schuld, Angst, Druck, Trennungsschmerz!


Auch hier half mir ein Perspektivwechsel durch Kim sehr:

Was, wenn aus Schuld Verantwortung wird? Und aus Verantwortung Liebe? Denn in der Liebe könne ich mich überall und jederzeit mit meinem Tier verbinden! In der Schuld geht das nicht!


Und mir war klar: Langfristig tut die Reha uns beiden gut! Ich darf vertrauen, dass Mali das schafft. Dass mein Herzmann sich kümmert und die Verantwortung übernimmt.

Zum Schluss hat Kim sich mit Mali verbunden. Denn Mali wollte etwas sagen. Sie nannte mich „Mami“! Und sie merkte an, es ginge ihr gut. Und ich müsse mich nicht sorgen. Ich solle nur gut auf MICH acht geben. Und auch sie scheint zu transformieren (So war Kims Eindruck)!


Durchbruch und Neubeginn

Außerdem zog Kim mir noch eine Karte von einem ihrer Kartendecks: Es ging um Durchbruch und Neubeginn! Ich darf mich dem Leben öffnen, was bereits da ist. Wie passend!


Abendzeit

Beim Abendessen begegnete mir das erste Mal eine Angstellte, die nicht freundlich und zuvorkommend auf mich wirkte. Ich versuchte, es nicht überzubewerten oder auf mich zu beziehen. Vielleicht hatte sie nur heute schlechte Laune?

Beim Essen und der Unterhaltung mit meiner Tischnachbarin vergaß ich die Situation auf jeden Fall schnell wieder. Wir schmiedeten erste Pläne für`s Wochenende.

Den Abend wollte jede von uns allein in ihrem Zimmer verbringen. Ich wagte einen kleinen Spaziergang ums Haus. Im Pulli war das noch ganz angenehm. Im Dämmerlicht war es mit der Beleuchtung ganz schön. Aber etwas unbehaglich fühlte ich mich doch – so ganz ohne Mali als meine Beschützerin.

(Da kam mir wieder in den Sinn, wie sie sagte, ich solle auf mich aufpassen!)


Etwas Heimatgefühl

Obwohl ich zuhause so ungerne TV schaue und mir auch extra keinen Fernseher für mein Zimmer organisierte, bürgerte sich eine neue Routine ein: Ich schaute in den ersten Wochen jeden Tag ein paar Folgen „Die Dinos“. Das gab mir so ein Gefühl von Familie und von Zuhause.


Medien-Detox?!

Leider konnte ich an diesem Abend auch das Handy kaum aus der Hand legen, obwohl auch Kim erwähnte, dies mache den „Reha-Effekt“ zunichte.

Später nahm ich dann aber doch lieber wieder das Buch zur Hand und las das nächste Kapitel.


Einschlaf-Routine

Zum Einschlafen versuchte ich es mit dem Autogenen Training. Ich hatte mit der Oberärztin besprochen, dass ich das als eigene Routine vor dem Einschlafen ruhig wieder beginnen sollte, nachdem ich es die letzten Monate habe schleifen lassen.


Wie sich die nächsten Wochen gestalteten? Das berichte ich gerne in TEIL 5!

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