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REHA-Blog (TEIL 6)

Mein 1. Wochenende


Samstag, 7.10.2023

Ich starte in den Tag mit einer Dusche. Ich treffe meine Tischnachbarin im Flur, um mit ihr zum Wassertreten zu gehen. Im Anschluss geht es zum Frühstück. Es ist zu zweit so nett, dass wir solange bleiben, bis das Küchenpersonal das Licht ausschaltet. Ein deutliches Zeichen zum Gehen.


Nach dem Blutdruck messen geht es wieder ab aufs Zimmer. Ich mache ein paar Kreuzworträtsel und lege mich hin für einen kurzen Powernap. Irgendwie macht die Reha müde. Oder das Wassertreten? Oder das Essen?


Zum Mittagessen gibt es Eintopf und glutenfreien Kuchen. Danach wird der Turnbeutel für unseren Ausflug in die Stadt gepackt – ein Turnbeutel ohne Logo der Reha-Klinik wäre jetzt schön.


Ab in die Stadt

Wir wandern den Philosophenweg hinab und sind kurz orientierungslos. Dann finden wir die Schilder, die in Richtung Kurpark weisen.

Der Park ist schön angelegt und groß. Wir fotografieren Blumen, Bäume, Statuen und was uns besonders anspricht. Wir sehen uns den Gradierpavillon und den Rosengarten an. Auch den Klanggarten testen wir aus.


Nun geht zum Schlosspark und in die Altstadt. Wir sehen einige bekannte und unbekannte Geschäfte, entdecken das neue und das alte Rathaus und sichten die Bushaltestelle für den späteren Rückweg.


Kaffee- oder Mittagszeit?

Wir setzen uns in ein Café. Es gibt nur Apfelstrudel oder Vanilleeis. Aber auch warme Speisen. Am Ende entscheide ich mich für Käsespätzle und Pfefferminztee. Entgegen meiner Ernährungsgewohnheiten – aber in Baden-Württemberg MUSS man Käsespätzle gegessen haben. Und wenn ich schon eine Ausnahme machen muss, dann für etwas Gutes. Und sie schmecken wirklich gut.


Es bleibt noch Zeit für ein paar Einkäufe. Als erstes suchen wir mir einen schönen Turnbeutel aus. Ich entscheide mich für einen mit Blümchen und pinker Borte. Auf jeden Fall ist er 1000x schöner als der Klinik-Turnbeutel und er wird mir noch gute Dienste leisten.


Nach einem Abstecher in ein Drogeriegeschäft geht es in einen Bücherladen. Hier holt meine Mitpatientin sich Nachschub, während ich zwar einige Interessante Werke sehe, doch erst meinen Bücherstapel aufbrauchen möchte!


Beim Warten an der Bushaltestelle tauschen wir uns über unsere Einstellung zum Thema Tiere und Hundehaltung bzw. -training aus. Ich bin froh, dass wir hier sehr ähnlich ticken.


Bei der Rückfahrt staunen wir über die bergigen Höhen, die der Bus zurücklegt.


Bald gibt es schon Abendessen. Ich bin noch ziemlich satt von meinem 2. Mittagessen, aber nehme mir zwei Scheiben Brot und etwas vegane Kürbissuppe.


Samstagabend alleine

Ich verabschiede mich von meiner Tischnachbarin. Kurz bin ich traurig, dass wir den Samstagabend nicht zusammen verbringen. Zurück auf dem Zimmer bin ich aber doch ganz dankbar dafür, den Abend für mich zu haben.


Ich mache Kreuzworträtsel und packe mich warm und gemütlich ein. Dann telefoniere ich mit meinem Mann. Er hat so viel zu erzählen, dass ich kaum zu Wort komme. Ich fühle mich ein wenig erschlagen. Hier in dieser Bubble zu sein und dann so viele Geschichten und News aus der Außenwelt zu hören (sowohl privat als auch politisch) kann einfach überfordern. Ich weiß, dass er es gut meint und mir das Gefühl geben möchte, nichts zu verpassen.


Noch ein paar Kreuzworträtsel und Tagebuch schreiben. Und es geht ab ins Bett.


Sonntag, 8.10.2023

Mir fallen bereits seit Tag 2 die verquollenen Augenschatten auf – ich bin mir sicher, das liegt am Essen. Mein Bauch kommt mir auch schon dicker vor! Ich muss unbedingt eine gesündere Möglichkeit finden, mich zu ernähren.


Meine Tischnachbarin und ich frühstücken zusammen ganz gemütlich.

Gegen 9.30 Uhr gehen wir gemeinsam zu den Ergometern. Wir ziehen 15 Minuten durch. Es ist schon anstrengend und mir wird warm in meiner langen Jogginghose. Wir amüsieren uns über uns selbst und kommen mit den beiden männlichen Mitpatienten im Raum ins Gespräch.


Ich werde direkt auf mein Alter angesprochen – und werde, wie so oft, viel jünger geschätzt. Als müsste ich beweisen, tatsächlich über 30 zu sein.


Weiter geht es in den Fitnessraum. Ich fühle mich sehr unbeholfen mit einigen Geräten und den Übungen. Schön, dass ein Mitpatient mir mit den Einstellungen hilft. Nachdem ich diverse Geräte und Übungen hinter mir habe, dehne ich mich noch auf der Matte. Meine Mitpatientin geht bereits. So habe ich am Ende den Raum für mich und kann in meinem Tempo die Übungen beenden.


Auf dem Weg zum Aufzug sehe ich meine „Triggerfreundin“ und ihre Mädels gerade im Ergometer-raum. Insgeheim bin ich froh, dass wir ihnen zuvorgekommen sind.


Zeit für mich

Auf dem Zimmer lese ich einen Artikel in einer spirituellen Zeitschrift, die ich zufällig aufgeschlagen habe. Thema: Intuition. Es heißt, man müsse den Kopf frei haben, um das Bauchgefühl zu hören. Und entspannt sein!


Also nutze ich den Moment und übe das Autogene Training. Zwischendurch bin ich immer mal kurz weg oder mit den Gedanken woanders. Trotzdem schaffe ich alle Formeln, ohne dabei einzuschlafen.


Ich nehme die Gitarre zur Hand und singe ein paar Lieder. Und ich übe mich im „zupfen“. Danach mache ich mich wieder an die Kreuzworträtsel, bis Zeit fürs Mittagessen ist.


Keine schöne Überraschung

Vom Küchenpersonal ist jemand Neues mit dabei. Er weiß scheinbar nicht bescheid und legt mir erst einmal Gulasch mit auf meinen Teller. Als ich darauf hinweise, dass ich kein Fleisch möchte, legt er die glutenfreien Nudeln einfach auf einen separaten Teller. Leider sind sie bereits mit der Bratensoße in Berührung gekommen! Ein weiterer Vorfall, der mir nicht so gut in Erinnerung bleibt.


Ich erzähle meiner Tischnachbarin davon und auch von meiner Feststellung, dass das neue glutenfreie Brot, das ich am Morgen bekam, mit VOLLmilch versetzt ist. Sie ermutigt mich, diese Tatsache am Folgetag bei der Diätassistentin anzusprechen und noch einmal dringlicher auf die Einhaltung meiner Ernährung aufgrund der Unverträglichkeiten zu bestehen.


Ab ins kühle Nass

Wir verabreden uns für den Nachmittag zum Schwimmen. In der Zwischenzeit mache ich – Kreuzworträtsel! Ich liebe sie einfach!


Im Schwimmbad sind wir nur zu Zweit. Es gilt die Dreierregel. Aber wir wollen auch nicht darauf verzichten. Also nutzen wir den Moment. Das Wasser ist echt kalt! Ich brauche etwas, um reinzugehen. Wir schwimmen ein paar Bahnen und es tut gut. Nach 20-30 Minuten haben wir genug.


Als wir gerade die Umkleidekabine verlassen wollen, kommt eine Mitpatientin rein und betritt das Schwimmbad alleine – so viel also zur Dreierregel.


Bis zum Abendessen ist noch etwas Zeit. Also noch mehr Kreuzworträtsel!


Immer das Selbe

Das Essen ist wie in den letzten Tagen auch: Viel Auswahl gibt es nicht. Mein Highlight: Gurkensalat!


Noch Blutdruck messen, Flaschen und Tee-Cup auffüllen – und Zeit für mich!

Ich schaue einige Folgen „Die Dinos“, während ich mich meinen Kreuzworträtseln widme. Dann schreibe ich mit meinem Mann hin und her, der in einer Comedy-Show war.


Dann ist wieder Zeit für`s Bett. Morgen heißt es fit sein, für den Start in die erste volle Woche.


Wie der aussah, erfährst du in meinem nächsten Blog-Artikel!

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